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Rekor Sanat · Artikel

Zeichnen als Spiel in der Kinderkunst

Ein Gemälde mit Kindern beim Spielen im Freien

Piaget bezeichnete frühkindliches Kritzeln als „reines Spiel“. Für ihn zeigte Zeichnen, wie Kinder die Außenwelt wahrnehmen, und ließ sich als Ausdruck entstehender innerer Bilder verstehen.

Luquet (1927) untersuchte Kinderzeichnungen aus frühen Lebensjahren und beschrieb Entwicklungsstufen, die darin sichtbar werden. Der Beitrag fasst sie im Folgenden zusammen. Die Altersangaben gehören zu diesem historischen Modell und sind keine festen Meilensteine für jedes Kind:


1. Reines Kritzeln (3–4 Jahre): Die Linien sind unregelmäßig.

2. Deutendes Kritzeln (4–5 Jahre): Kinder geben ihren Linien eine Bedeutung; diese Deutungen sind jedoch noch wechselhaft und zufällig.

3. Verfehlter Realismus (5–6 Jahre), nach der Terminologie dieses Modells: Kinder entscheiden, was sie zeichnen möchten, können die Teile aber noch nicht sicher zu einem stimmigen Ganzen anordnen.

4. Intellektueller Realismus (6–7 Jahre): In dieser etwa nach dem fünften Lebensjahr entstehenden Phase zeichnen Kinder eher, was sie wissen, als nur das, was sie sehen.

5. Visueller Realismus (7–8 Jahre): In der hier beschriebenen letzten Phase orientieren sich Zeichnungen um das achte Lebensjahr zunehmend an einem bestimmten Blickwinkel.


Denken hat eine ausgeprägte wahrnehmungsbezogene Seite. Frühes Zeichnen kann deshalb beim visuellen Lernen in vielen Bereichen eine wichtige Rolle spielen.

Der Umgang mit Bildzeichen beim Zeichnen kann Kindern später das Verständnis anderer Darstellungssysteme wie Mathematik und Schriftsprache erleichtern.


Turan Vardar
Rekor Sanat – Kunstlehrkraft