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Rekor Sanat · Artikel

Schlagzeugtraining und Gehirnvolumen – ein wissenschaftlicher Blick




Die positiven Auswirkungen musikalischer Bildung auf das menschliche Gehirn werden seit Langem erforscht. Studien der letzten Jahre zeigen, dass insbesondere das Spielen eines Instruments deutliche Veränderungen der Gehirnstruktur und -funktion bewirken kann. Die Auswirkungen von Schlagzeugtraining sind dabei besonders bemerkenswert.

Die Studie von Bruchhage und Kollegen (2020), „Drum training induces long-term plasticity in the cerebellum and connected cortical thickness“, liefert interessante Ergebnisse, denen zufolge Schlagzeugspielen das Gehirnvolumen vergrößern kann. Fünf Personen ohne musikalische Vorerfahrung erhielten acht Wochen lang an drei Tagen pro Woche jeweils 30 Minuten Schlagzeugunterricht. Messungen vor und nach dem Training zeigten eine Volumenzunahme im Vorderhirn, Kleinhirn und Parietalbereich.

Die Auswirkungen von Schlagzeugtraining auf das Gehirn
Die Studie zeigt, dass Schlagzeugtraining nicht nur musikalische Fähigkeiten, sondern auch die Gehirnstruktur selbst verändern kann. Insbesondere wurden stärkere Verbindungen zwischen Kleinhirn und Kortex sowie eine verbesserte motorische Kontrolle festgestellt. Das Kleinhirn spielt eine Schlüsselrolle bei Bewegungssteuerung und motorischen Fähigkeiten, während der Kortex komplexere geistige Prozesse reguliert. Stärkere Verbindungen zwischen diesen Bereichen könnten daher neben dem Schlagzeugspiel auch die allgemeinen motorischen Fähigkeiten der Teilnehmenden verbessert haben.

Folgen einer Zunahme des Gehirnvolumens
Die Studie legt nahe, dass ein größeres Volumen in motorischen Bereichen nicht nur das Schlagzeugspiel, sondern auch andere motorische Fähigkeiten fördern könnte. So könnten beispielsweise auch bei anderen Tätigkeiten mit Hand-Auge-Koordination Fortschritte entstehen. Das ist ein wichtiger Befund, um zu verstehen, wie sich Veränderungen bestimmter Gehirnregionen auf allgemeine Fähigkeiten auswirken.

Die Forschenden vermuten außerdem, dass die Zunahme im Vorderhirnbereich das Arbeitsgedächtnis positiv beeinflussen könnte. Das Arbeitsgedächtnis verarbeitet und speichert kurzfristige Informationen und spielt im Alltag eine wichtige Rolle. Rhythmische Tätigkeiten, die Koordination erfordern, etwa Schlagzeugspielen, könnten somit auch kognitive Prozesse unterstützen.

Wie Schlagzeugspielen die Gehirngesundheit unterstützen kann
Diese Ergebnisse verdeutlichen erneut den Nutzen musikalischer Bildung für die Gesundheit des Gehirns. Schlagzeugspielen fördert motorische Fähigkeiten und kann durch positive Veränderungen der Gehirnstruktur dessen Anpassungsfähigkeit erhöhen. Diese als Neuroplastizität bezeichnete Fähigkeit könnte helfen, neue Fertigkeiten zu erlernen, bestehende zu verbessern und altersbedingtem kognitivem Abbau vorzubeugen.

Das Erlernen rhythmischer Instrumente wie des Schlagzeugs fördert die Bildung komplexer Verbindungen im Gehirn. Die Arbeit von Bruchhage und Kollegen zeigt, wie tiefgreifend eine aktive Beschäftigung mit Musik das Gehirn verändern kann. Dies deutet darauf hin, dass musikalische Bildung durch die Förderung der Neuroplastizität unsere geistigen Fähigkeiten steigern kann.

Zusammenfassend bietet Schlagzeugtraining sowohl Musikern als auch Nichtmusikern wichtige Vorteile: als musikalische Tätigkeit und als Mittel zur Förderung kognitiver und motorischer Entwicklung. Größeres Volumen und stärkere Verbindungen in verschiedenen Gehirnregionen könnten nicht nur musikalische Fähigkeiten, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit im Alltag verbessern.



Quelle
Quelle: Bruchhage, M.M.K., Amad, A., Draper, S.B. et al. Drum training induces long-term plasticity in the cerebellum and connected cortical thickness. Sci Rep 10, 10116 (2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-65877-2



Samet Kaya
Rekor Sanat – Schlagzeuglehrkraft