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Rekor Sanat · Artikel

Kadenzen in der Musik

Hände beim Klavierspielen von oben gesehen

In der tonalen Musik bezeichnet eine Kadenz die Verbindung von Akkorden, die durch ihre ruhende oder fortschreitende Wirkung einer musikalischen Phrase einen Ruhepunkt, eine Auflösung oder einen Schluss verleiht.

In der tonalen Musik bilden die erste, vierte und fünfte Stufe einer Tonleiter die tragenden Grundtöne. Die Akkorde auf I, IV und V sind deshalb die Hauptakkorde der Tonart; Kadenzen entstehen im Wesentlichen durch ihre Verbindung. Der Akkord der I. Stufe heißt Tonika, der IV. Stufe Subdominante und der V. Stufe Dominante. Die übrigen Akkorde sind Nebenstufenakkorde. Durch ihre fortschreitende Wirkung ermöglichen sie die Entwicklung und Variation der musikalischen Phrase, unterstützen die Hauptakkorde und verstärken die Kadenz.

Aus den Hauptstufen ergeben sich drei Kadenzarten: plagale Kadenz, authentische Kadenz und Vollkadenz.


Plagale Kadenz

Diese Kadenz entsteht durch die Verbindung der Akkorde auf der IV. und I. Stufe. Grundsätzlich werden gemeinsame Töne liegen gelassen; die übrigen Stimmen bewegen sich auf dem kürzesten Weg zu den Tönen des nächsten Akkords. In der plagalen Verbindung Tonika–Subdominante–Tonika (I–IV–I beziehungsweise T–S–T) gibt es einen gemeinsamen Ton: Der Grundton der Tonika entspricht der Quinte der Subdominante.


Authentische Kadenz

Diese Kadenz verbindet die Akkorde der V. und I. Stufe und bewirkt einen entschiedeneren Schluss als die plagale Kadenz. Auch die authentische Verbindung Tonika–Dominante–Tonika, I–V–I (T–D–T), besitzt einen gemeinsamen Ton: Die Quinte der Tonika ist zugleich der Grundton der Dominante. In Molltonarten wird die authentische Kadenz ebenso verwendet, jedoch wird die Terz des Dominantakkords erhöht, sodass ein Durakkord und eine stärkere Fortschreitungswirkung entstehen. Das entspricht der Erhöhung der VII. Stufe in Moll zum Leitton und damit der Bildung der harmonischen Molltonleiter.


Vollkadenz

Diese Kadenz verbindet die Akkorde der IV., V. und I. Stufe. Wie ihr Name sagt, erzeugt sie eine vollständige Schlusswirkung. In der Vollkadenz I–IV–V–I (T–S–D–T) besitzen die Akkorde der IV. und V. Stufe keine gemeinsamen Töne. Werden diese benachbarten Stufen nach dem Prinzip des kürzesten Weges verbunden, entstehen parallele Quinten; mit den Grundtönen im Bass entstehen außerdem parallele Oktaven. Um diese nach traditioneller Harmonielehre unzulässigen Quint- und Oktavparallelen zu vermeiden, müssen die Akkordstimmen in Gegenbewegung geführt werden.


Minanur Balcan
Rekor Sanat – Gesangslehrkraft