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Rekor Sanat · Artikel

Arten der Stimmbildung 2

Eine Person singt in einem akustisch gedämmten Raum

Der Zusammenhang zwischen Stimmbildung, Gesangsunterricht und professioneller Gesangsausbildung

Diese drei Begriffe sind eng miteinander verbunden und voneinander abhängig. Deshalb werden sie in der musikalischen Bildung gelegentlich verwechselt.

Stimmbildung ist ein geplanter und strukturierter Interaktionsprozess, der Menschen die Fähigkeiten vermittelt, ihre Stimme beim Sprechen und Singen entsprechend ihrer Anatomie und Physiologie einzusetzen. Sie folgt festgelegten Grundsätzen und Methoden, um definierte Ziele zu erreichen.

Stimmbildung findet in jeder Art und auf jeder Stufe der musikalischen Bildung statt und umfasst Sprechschulung, Gesangsunterricht und professionelle Gesangsausbildung. Die professionelle Gesangsausbildung vermittelt die Fähigkeit, speziell für die Stimmschulung komponierte Werke und Opernarien künstlerisch überzeugend und technisch souverän zu singen. Der allgemeine Gesangsunterricht entwickelt dagegen stimmliche und musikalische Fähigkeiten, um Lieder jeder Art und jedes Niveaus richtig, wirkungsvoll und schön zu singen. Er bildet die Grundlage der professionellen Gesangsausbildung.

Allgemeiner Gesangsunterricht wird überwiegend in Einrichtungen der allgemeinen oder nichtberuflichen musikalischen Bildung angeboten, während die professionelle Gesangsausbildung meist an Einrichtungen der beruflichen Musikausbildung stattfindet.

Zusammengefasst handelt es sich um spezialisierte, interdisziplinäre Ausbildungsfelder: Stimmbildung entwickelt einen richtigen, wirkungsvollen und schönen Stimmgebrauch beim Sprechen und Singen. Gesangsunterricht überträgt die dabei erworbenen Fähigkeiten auf Lieder jeder Art. Professionelle Gesangsausbildung geht darüber hinaus und stärkt zugleich Belastbarkeit und Ausdauer der Stimme.

Ziele, Grundsätze und Methoden der professionellen Gesangsausbildung

Das allgemeine Ziel der professionellen Gesangsausbildung besteht darin, Menschen im Einklang mit den beteiligten Wissenschaften einen richtigen und wirkungsvollen Stimmgebrauch beim Sprechen und Singen zu ermöglichen, der ihrer Anatomie und Physiologie bestmöglich entspricht. Zudem sollen Artikulation und Diktion den phonetischen Eigenschaften der gesprochenen Sprache angemessen sein.


Die Grundsätze der professionellen Gesangsausbildung sind:

* Den subglottischen Druck durch gleichmäßige Atmung sorgfältig regulieren.

* Der Stimmgebrauch sollte der natürlichen Tonbildung entsprechen.

* Die Stimmregister gut kennen und passend einsetzen.

* Die Stimme nicht über ihre anatomischen Möglichkeiten hinaus beanspruchen.

* Die Artikulation sollte den Anforderungen der Sprache entsprechen.

* „Wie beim Sprechen“ singen.

* Die Anforderungen der Musik erfüllen.

* Auf allen Stufen, von den Grundlagen bis zur fortgeschrittenen Gesangsausbildung, sollten die beruflichen Anforderungen an Erziehung und Unterricht eingehalten werden.

Methoden der Gesangsausbildung teilen grundlegende Elemente, Prinzipien und Ziele, unterscheiden sich jedoch nach den sprachlichen und musikalischen Eigenschaften der Länder und werden als Schulen, Richtungen oder Stile bezeichnet. Die sogenannte italienische Schule wird beispielsweise in England und Frankreich entsprechend der jeweiligen Sprache und Musik unterschiedlich angewandt; daraus entstehen Bezeichnungen wie „englischer Stil“ oder „französische Schule“.


Den Ergebnissen zufolge:

1. Anerkannte Gesangsschulen weltweit verbinden eine richtige, anspruchsvolle Technik mit den lautlichen Eigenschaften der jeweiligen Sprache.

2. Durch die Abstimmung der lautlichen Sprachstruktur auf die Gesangstechnik sollte eine sprachgerechte Methode entwickelt werden.

3. Die Lautstruktur des in der Türkei gesprochenen Türkisch wurde als weitgehend für die Gesangsausbildung geeignet angesehen.

4. Trotz dieses Ergebnisses sollten andere Ursachen, etwa technische Defizite, für den Verständlichkeitsverlust beim Vortrag türkischer Lieder in der Gesangsausbildung untersucht werden.

5. Das in der Türkei gesprochene Türkisch wurde hinsichtlich Artikulation und Diktion auf verschiedenen Stufen als für die Gesangsausbildung geeignet angesehen.

6. Das türkische Alphabet wurde als weitgehend umfassende Darstellung der Laute des Türkischen angesehen.

7. Zwischen den Regeln der Lautbildung im Türkischen und denen der gesanglichen Tonbildung bestand ein unmittelbarer Zusammenhang.

8. Der Artikulationsfokus veränderte sich zwischen Sprechen und Singen nicht; Sorgfalt und Aufmerksamkeit in beiden Bereichen würden die Verständlichkeit erhalten.


Außerdem:

* Menschen in gesellschaftlichen Vorbildfunktionen in der Türkei sprachen kein vorbildliches Türkisch.

* Fast kein Teil der Gesellschaft widmete der Sprache die erforderliche Sorgfalt.

* Neben den musikalischen Anforderungen der Praxis verfügten Gesangslehrkräfte und Ausübende über unzureichende Kenntnisse in Sprachwissenschaft, Stimmphysiologie und -anatomie sowie den wissenschaftlichen Grundlagen der Ausbildung.

* Das Niveau der Ausbildung von Musik- und Gesangslehrkräften in der Türkei lag hinter dem in Wissenschaft und Technik erreichten Stand zurück.

* Die Sprache wurde vernachlässigt, weil der richtige Stimmgebrauch meist als Hauptziel der Gesangsausbildung galt.

* In der Türkei übernommene Gesangstechniken, deren sprachliche Eignung nicht geprüft worden war, hatten ein Problem geschaffen, das erst allmählich Beachtung fand.

Angesichts des allgemeinen Themas dieses Artikels werden hier nicht sämtliche Ergebnisse zu Stimmbildung, professioneller Gesangsausbildung und Gesangsunterricht aufgeführt.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden folgende Empfehlungen formuliert:

1. Bei der Lösung von Problemen der Gesangsausbildung in der Türkei sollte deren interdisziplinärer Charakter berücksichtigt werden. Dafür ist mit einem Team aus Fachleuten der beteiligten Wissenschaften zusammenzuarbeiten.

2. Wie in Ländern, die Gesang erfolgreich mit sprachgerechten Methoden vermitteln, sollten Theorie und Praxis der Gesangsausbildung durch wissenschaftlich fundierte Arbeit weiterentwickelt werden.

3. Statt der bisher in der Gesangspädagogik angewandten Nachahmungsmethode sollten zeitgemäße Methoden stärker berücksichtigt werden.

4. Die in einigen Großstädten bereits durchgeführte angewandte Forschung sollte durch experimentelle Stimmstudien in Stimmlaboren und in Zusammenarbeit mit Stimm- und Sprachfachleuten möglichst weiterentwickelt und verbreitet werden.

5. Zunächst sollten Gesangslehrkräfte und Ausübende informiert und von der Notwendigkeit dieser Arbeit überzeugt werden.

6. Eine für das Türkische geeignete Gesangsmethode sollte in gemeinsamer Teamarbeit qualifizierter Fachleute aus den genannten Bereichen entwickelt werden.

7. Dazu sollten die lautlichen Eigenschaften des Türkischen mit fortgeschrittenen Gesangsmethoden abgestimmt werden, um einen sprachgerechten Ansatz zu schaffen.


Zeynep Fuçucuoğlu
Rekor Sanat – Gesangslehrkraft